Zeitz ist eine Stadt, in der der Rückgang industrieller Produktion ebenso sichtbar ist wie aktuelle Versuche der Umnutzung, kulturellen Aneignung und Reaktivierung. Orte wie die ehemalige Kinderwagenfabrik ZEKIWA, die Brikettfabrik Hermannschacht, der Dom oder das Museum Schloss Moritzburg bildeten wichtige Bezugspunkte für die Auseinandersetzung mit industriellem Erbe, Hochkultur und städtischem Wandel.
Während gemeinsamer Spaziergänge, Ortsbegehungen und Gespräche näherten sich die Teilnehmenden der Stadt aus unterschiedlichen Perspektiven und testeten qualitative Methoden der Stadtraumanalyse. Vorbereitet wurde die Arbeit vor Ort durch die Lektüre zentraler Texte aus Architektur- und Raumtheorie, u. a. von Kevin Lynch, Colin Rowe und Fred Koetter, sowie aus der Humangeographie, u.a. Doreen Massey, Ash Amin und Nigel Thrift, die Fragen nach Stadtbild, Wahrnehmung, Collage und urbaner Ordnung aufwarfen. Eine Listening-Session mit Aufnahmen des Komponisten Luc Ferrari lenkte die Sinne auf akustische Dimensionen und verdeutlichte, dass Stadt auch Soundscape ist.